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Streiks in Algerien

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Streiks in Algerien

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Die algerische Polizei hat am Donnerstag rund 500 streikende Arbeiter daran gehindert, aus dem Industriegebiet von Rouiba in das Zentrum des Vororts der Hauptstadt Algiers zu ziehen. Die Arbeiter waren vor drei Tagen in den Generalstreik getreten, um Lohnerhöhungen und eine Beibehaltung der Vorruhestandsregelung zu erreichen. Ausgegangen war die Streikbewegung von den Arbeitern des staatlichen Automobilherstellers SNVI.

“Wir werden erst wieder arbeiten, wenn wir unsere Rechte durchgesetzt haben: eine Lohnerhöhung und keine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, weil wir sehr hart arbeiten müssen. Wir können nicht arbeiten bis wir 60 sind. Das gilt nicht nur für uns sondern für alle algerischen Arbeiter”, erklärt der 55-jährige Gewerkschaftler Zetoto Mustafa.

Seit Oktober kommt es in Algerien immer wieder zu sozialen Unruhen. Auslöser sind stark gestiegene Preise, insbesondere für Gemüse. “Wir machen weiter! Wir haben kein Recht, aufzugeben!”, gibt sich der Gerwerkschaftsfunktionär Mohammed Ameziane kämpferisch.

Die Streiks wecken Erinnerungen an das Jahr 1988. Damals führte eine Streikbewegung zu Unruhen in der Hauptstadt Algiers, bei denen rund 500 Menschen getötet wurden. Sie schürten den bewaffnten Aufstand der Islamisten, der über ein Jahrzehnt lang Algerien in Atem hielt.