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Italien: Nach Aufstand - Tagelöhner im Fokus

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Italien: Nach Aufstand - Tagelöhner im Fokus

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Das süditalienische Rosarno beruhigt sich allmählich wieder: Nach einem Aufstand von Tagelöhnern – vor allem aus Afrika – hat die Polizei gut 300 illegale Einwanderer in ein Auffanglager ins nahegelegene Crotone verlegt.

Angst hätten sie, flüstert einer von ihnen, bevor er in den Bus einsteigt.

Weitere 500 Afrikaner – die meisten im Besitz einer Aufenthaltsgenehmigung – sollen noch zum Verlassen des Ortes an der Westküste Kalabriens bewegt werden.

Saisonarbeiter hatten sich Straßenschlachten mit Polizei und Einheimischen geliefert, nachdem zwei Unbekannte auf sie geschossen hatten.

“Die Immigranten sind immerhin seit Jahren die ersten, die der kriminellen Übermacht die Stirn geboten haben,” sagt Mafia-Spezalist Roberto Saviano. “Ihre Methoden kann man kritisieren, ganz klar: Autos anzünden, das gehört sich nicht.”

Andererseits lasse ihn der Aufstand der Ärmsten hoffen.

“Nein” zu sagen – das kann in dieser Gegend sehr gefährlich sein. Ich könnte mir vorstellen,
dass eine neue Generation von Italienern, die mit afrikanischen Vätern und Großvätern, mit der Omerta, der Verschwörung des Schweigens hier bricht, mit der Unterwerfung unter die organisiserte Kriminalität.”

Bei den Krawallen waren 66 Menschen verletzt worden – 30 Immigranten, 17 Einwohner und 19 Polizisten.

Neben 16 000 Alteingesessenen leben in Rosarno im Schnitt 5 000 Immigranten – meist unter miserablen Bedingungen. Ein solcher Erntehelfer verdient gerade mal 20 Euro pro Tag. Davon soll er noch Schutzgeld abgeben.