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Prozess gegen Ermittler im Fall McCann

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Prozess gegen Ermittler im Fall McCann

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Madeleine McCann sorgt erneut für Schlagzeilen: Die Eltern des verschwundenen Mädchens sind am Dienstag zur Eröffnung eines Prozesses nach Lissabon gekommen, in dem es um das Buch des ehemaligen portugiesischen Ermittlers Goncalo Amaral geht, genauer: um die Frage, ob das Buch endgültig verboten werden soll. Amaral behauptet darin, das Mädchen sei längst tot und die Eltern seien in den Fall verstrickt. Im vergangenen September hatten die McCanns eine einstweilige Verfügung gegen das Buch erwirkt. Außerdem verklagten sie Amaral auf 1,2 Millionen Euro Schadnersatz.

2007 war die damals vierjährige Madeleine im portugiesischen Badeort Praia da Luz verschwunden, während die Eltern ihrer Aussage nach mit Freunden in einem Restaurant waren. Zunächst gingen die Ermittler von einer Entführung aus; später vermuteten sie, dass Madeleine in der Ferienwohnung zu Tode gekommen sei und die Eltern die Leiche beseitigt hätten. Entsprechende Spuren seien im Mietwagen der McCanns entdeckt worden, hieß es, auch hätten sich in der Wohnung Blutreste befunden. Endgültige Beweise gab es allerdings nicht. Die Ermittlungen der portugiesischen Justiz wurden 2008 eingestellt, die britische Polizei ermittelt weiter, weigert sich allerdings, ihre Unterlagen zu veröffentlichen. Von Madeleine McCann, die heute sechs Jahre alt wäre, fehlt weiterhin jede Spur.