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Razzia gegen kalabrischen Mafia-Clan

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Razzia gegen kalabrischen Mafia-Clan

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Die italienische Polizei ist in Kalabrien gegen einen Mafia-Clan vorgegangen. In der Stadt Rosarno wurden elf mutmaßliche Mafiosi festgenommen, dazu Vermögen in Millionenhöhe beschlagnahmt.

In Rosarno war es letzte Woche zu Ausschreitungen gegen Einwanderer gekommen. Oberstaatsanwalt Giuseppe Pignatone sagt, die jetzigen Ermittlungen würden zeigen, ob hinter den Unruhen der letzten Tage diese und weitere Mafiamitglieder stünden.

Unbekannte hatten in Rosarno mit Luftgewehren auf ausländische Erntehelfer geschossen. Etliche Afrikaner warfen daraufhin Schaufenster ein und setzten Autos in Brand. Einwohner der Stadt gingen ihrerseits auf die Ausländer los; Dutzende Menschen wurden bei den Unruhen verletzt.

Hilfsorganisationen kritisieren, die Erntehelfer würden ausgebeutet und unter schlimmen Bedingungen gehalten. “Wir haben sie die letzten Jahre zur Orangenernte aufgesucht, sommers wie winters”, sagt Loris De Dilippi von Ärzte ohne Grenzen. “Dabei haben wir festgestellt, dass sich dort nichts ändert – auch wenn die Regierungen ebenso wechseln wie die Ansprechpartner.”

Nach italienischen Medienberichten steckte die kalabrische Mafia, die N’Drangheta, hinter den Angriffen auf die afrikanischen Erntehelfer. Demnach sollten Tagelöhner bestraft werden, die den Mafiosi kein Schutzgeld gezahlt hätten.