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Schweres Erdbeben in Haiti

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Schweres Erdbeben in Haiti

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Der Karibikstaat Haiti ist am Dienstagnachmittag Ortszeit von einem massiven Erdbeben erschüttert worden. Mehrere Gebäude stürzten ein, die Menschen rannten in Panik auf die Straßen. Augenzeugen berichten, dass unmittelbar nach dem Beben die Hauptstadt Port-au-Prince von einer Staubwolke eingehüllt wurde, die sich erst nach zwölf Minuten verzog. Häuser in Hanglagen wurden mit den nachgebenden Erdmassen der Berghänge in die Tiefe gerissen.

Beobachter befürchten das Schlimmste. Der haitianische Botschafter in den USA, Raymond Joseph, berichtete, dass der Präsidentenpalast beschädigt worden sei. “Die Elendsviertel sind eingestürzt wie Kartenhäuser”, schildert Joseph.

Die Interamerikanische Entwicklungsbank stellte eine Soforthilfe in Höhe von 200 000 Dollar zur Verfügung. Haiti ist das ärmste Land in der westlichen Hemisphäre. Seit 2004 sind dort UN-
Friedenstruppen im Einsatz. Ihre Kasernen wurden erheblich beschädigt.

Das Epizentrum des Bebens von der Stärke 7,0 lag etwa 16 Kilometer westlich der Hauptstadt Port-au-Prince in nur 10 Kilometer Tiefe. Nach dem Hauptbeben wurde Haiti von zwei weiteren Erdstößen erschüttert. Sie hatten die Stärke 5,9 und 5,5. Selbst in der 160 Kilometer entfernten Südostecke Kubas waren die Auswirkungen des Bebens zu spüren.