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Die Wiener Philharmoniker

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Die Wiener Philharmoniker

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Ein Blick in eine Welt, in der bis heute die Tradition den Ton angibt: Beim berühmten Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker erklingen seit Jahrzehnten Werke der Strauss-Dynastie. Clemens Hellsberg spielt die erste Geige und ist Vorstand der Wiener Philharmoniker. Für ihn ist diese Musik typisch für Wien und die Wiener Lebensart: “Unser Orchester ist von dieser Musik geprägt, weil wir fast alle damit aufgewachsen sind”, meint er. “Was wir erschaffen wollen, ist ein Konzert mit Musik, die sehr beliebt ist aber sich auf höchstem Niveau bewegt. Schließlich handelt es sich bei den Stücken der Strauss-Dynastie um Meisterwerke.”

Das Orchester, das zu den besten Europas zählt, ist im Wiener Musikverein zu Hause. Bei den Wiener Philharmonikern gibt es keinen festen Dirigenten, bei jedem Konzert schwingt ein anderer den Taktstock. Das Neujahrskonzert wurde zum zweiten Mal von dem französischen Dirigenten Georges Prêtre geleitet. Der mitteleuropäische Charakter des Orchesters ist bis heute zu spüren. Der Australier Tobias Lea, der die erste Bratsche spielt musste sich erst einmal eingewöhnen, auch musikalisch. “Heute spiele ich auf Wiener Art”, erzählt er. “Das einzig Australische, das ich bewahrt habe, ist die Freiheit. Ich wuchs in der Sonne und am Strand auf und lief neun Monate im Jahr barfuss.”

Wien blickt auf eine reiche musikalische Vergangenheit zurück. “Musik lag den Habsburgern immer sehr am Herzen”, betont Hellsberg, “und natürlich den Wienern. Wenn ich durch die Stadt schlendere, bin ich mir bewusst, dass Mozart hier lebte, Beethoven dieses Palais sah, als es erbaut wurde, und Haydn und Brahms auch hier waren.” Für Hellsberg spielt Musik eine wichtige Rolle: “Politik und Wirtschaft bestimmen alles. Aber ich bin überzeugt, dass die Welt ein besserer Ort wäre, wenn wir mehr auf Kunst und Musik hören würden.”