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Erdbeben in Haiti: Europa hilft, wo es kann

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Erdbeben in Haiti: Europa hilft, wo es kann

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Zwei Tage nach dem verheerenden Beben schicken immer mehr europäische Länder Rettungskräfte und Hilfsgüter nach Haiti. Frankreich entsandte knapp 100 Ärzte und Nothelfer nach Port-au-Prince, außerdem Gendarmen und Feuerwehrleute und mehrere Tonnen Ausrüstungsgegenstände für die Bergungsteams. “Wir haben Grabungsgeräte, Funkausrüstungen, technische Geräte und Suchunde”, beschreibt Helfer Michel Gilbert, “wir haben auch Ärzte und Krankenschwestern und medizinische Ausrüstung.”

Koordiniert werden die Hilfslieferungen aus der EU von Spanien, das selbst rund 150 Tonnen Güter in das Katastrophengebiet schickte, darunter Decken, Zelte und Kochgeräte. Außerdem entsandte Madrid Suchmannschaften, Ärzte und Zivilschutzexperten nach Port-au-Prince – und Captain Luis Fernandez ist stolz auf sein Team: “Viele unserer Rettungsexperten haben mehr als 20 Jahre lang Erfahrungen im Aufspüren und Bergen von Personen gesammelt. Wir haben erlebt, dass sogar 10, 12 oder 14 Tage nach einem Erdbeben noch Überlebende gerettet werden konnten.”

Auch Deutschland steht Haiti bei. Bundeskanzlerin Merkel sagte 1,5 Millionen Euro Soforthilfe zu. Bei den Hilfslieferungen konzentrierte man sich in Berlin auf Medikamente und Wasseraufbereitungsanlagen; auch ein Ärzteteam reiste nach Port-au-Prince. Österreich will ebenfalls vor allem medizinische Hilfsgüter schicken und sich an der Suche nach Verschütteten beteiligen. Die Schweiz bereitet sich gar auf einen mehrjährigen Hilfseinsatz vor. Ein erstes Team ist bereits in Haiti eingetroffen, ein zweites soll folgen, bestehend aus Fachleuten für medizinische Betreuung und Wasser- und Abwasserversorgung.

Außerdem versuchen die einzelnen Länder, ihre Staatsangehörigen in Sicherheit zu bringen. So hat Frankreich bislang knapp 100 Franzosen nach Martinique ausgeflogen. Viele von ihnen hatten Verletzungen erlitten. Rund 300 Menschen suchten in der französischen Botschaft in Port-au-Prince Zuflucht. Einige Deutsche haben ebenfalls bereits das Land verlassen, per Flugzeug oder auch auf dem Landweg über die Dominikanische Republik. Über mögliche deutsche Todesopfer gibt es noch keine verlässlichen Angaben; unter den Toten war jedoch eine österreichische Mitarbeiterin des Deutschen Entwicklungsdienstes.