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Haitianer errichten Straßensperren aus Leichen

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Haitianer errichten Straßensperren aus Leichen

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In Haiti wachsen Wut und Verzweiflung. Drei Tage nach dem verheerenden Erdbeben warnte das Rote Kreuz vor einer zweiten Katastrophe durch Hunger und Krankheiten. Jeder dritte der neun Millionen Einwohner sei in Not.

In der Hauptstadt Port-au-Prince errichteten wütende Haitianer Straßensperren aus Leichen. Die Helfer sind überfordert. Von zehntausenden, gar hunderttausend Toten ist die Rede. Genaue Zahlen gibt es weiterhin noch nicht.

Das Epizentrum des Bebens lag nur 15 Kilometer von Port-au-Prince entfernt. Die Millionenmetropole liegt in Trümmern. Die Infrastruktur ist schwer beschädigt, auch der völlig überlastete Flughafen.

UN-Nothilfekoordinator John Holmes sagte, die Suche nach Überlebenden stehe weiter im Vordergrund. Und diese Überlebenden brauchen dringend Wasser, Nahrung, Medikamente. Etwa die Hälfte der Betroffenen ist jünger als 18 Jahre. Laut dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF war bereits vor der Katastrophe jedes vierte Kind unterernährt.