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Gewalt überschattet Hilfe - Flucht aus Port-au-Prince

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Gewalt überschattet Hilfe - Flucht aus Port-au-Prince

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Am vierten Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti wird die Suche nach Überlebenden immer aussichtsloser. Gleichzeitig spitzt sich die humanitäre Lage immer weiter zu. Auf überfüllten Jeeps, Bussen und Booten versuchen die Menschen der in Trümmern liegenden Hauptstadt Port-au-Prince zu entkommen.

Dort wird heute US-Außenministerin Hillary Clinton erwartet. Die USA lockerten das Aufenthaltsrecht für sich illegal dort aufhaltende Haitianer. Bis Montag sollen bis zu 10.000 US-Soldaten vor Ort sein. Sie kontrollieren bereits den Flughafen, Hauptengpass für eintreffende Hilfe.

Bei der Verteilung der Hilfsgüter spielen sich gewalttätige Szenen ab. Nach Tagen ohne ausreichend Wasser, Nahrung, Medikamenten liegen die Nerven blank. Vereinzelt fielen auch Schüsse. Kriminelle Banden versuchen, aus der Not abertausender Menschen Kapital zu schlagen. Soldaten der UNO verteilen zuallererst Hochenergie-Kekse, geschaffen für Katastrophen, den Menschen aber unbekannt. Erklärungen sollen helfen.

Des Beben von der Nacht zum Mittwoch hatte Stärke 7 auf der Richter-Skala. Von geschätzten 200.000 Toten sprach der Innenminister inzwischen. 40.000 Opfer seien bereits beigesetzt worden. Im Vorort Carrefour haben Bewohner das selbst in die Hände genommen, die Leichen auf eine Müllkippe gebracht und dort mit den Abfällen verbrannt. Gesundheitsexperten zufolge ist die unmittelbare Gesundheitsgefahr durch verwesende Körper relativ gering, wenn diese nicht etwa durch ansteckende Krankheiten oder Seuchen starben.