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Telefonbericht von der Grenze Haitis


Haiti

Telefonbericht von der Grenze Haitis

Die Verhältnisse an der Grenze zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik beschreibt Euronews-Korrespondent Luis Carballo in einem Telefonanruf aus dem domikanischen Grenzort Jimana:

Hier, an der Grenze, in der letzten Ortschaft vor dem Übergang, ist die Koordinierung der humanitären Hilfslieferungen im Gange, die auf dem Landweg nach Haiti gelangen sollen. Und hier herrscht ein wahres Chaos, es ist die totale Anarchie. Umgestürzte Lastwagen sind zu sehen, dominikanische Lkws mit Hilfsgütern, etwa mit Wasserkanistern und Lebensmittelkonserven.
Die Straßen sind verstopft, niemand hat hier die Kontrolle. Der Strom von Flüchtlingen aus Haiti reißt nicht ab, sie sind völlig traumatisiert, psychisch ebenso wie körperlich. Fünf Tage nach dem Beben kommen sie hier an, in ihrem Heimatland erhielten sie keinerlei Hilfe – so haben sie es uns berichtet.
Wir sind hier in der sogenannten Poliklinik, so nennen die Einheimischen diesen Ort, es ist die erste Anlaufstelle, wo die Verletzten organisierte medizinische Hilfe erhalten können.
Ein Problem sind hier auch Plünderungen. Es wurde schon ein Lastwagen regelrecht überfallen, der mit humanitären Hilfslieferungen eintraf.
Fünf Tage nach dem Beben verlieren die Haitianer in ihrer Hauptstadt die Geduld. Unter diesen chaotischen Verhältnissen herrscht ein Gefühl völliger Machtlosigkeit.
Was wir hier an der Grenze gesehen haben, gibt uns eine Vorahnung dessen, was uns in Port au Prince erwartet. Es ist kaum zu beschreiben. Wir haben Amputationen gesehen, Leichen, die herumliegen, – und man kann nichts tun, es ist grauenhaft.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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