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Verblasstes Orange: Ukraine wählt Präsidenten

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Verblasstes Orange: Ukraine wählt Präsidenten

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In der Ukraine wird an diesem Sonntag ein neuer Präsident gewählt. Abgestimmt wird dabei auch über das Erbe der Orangenen Revolution, die 2004 das Land demokratisch befreit hatte. Fünf Jahre später beklagen viele Menschen Armut und Korruption.

Der pro-russische Viktor Janukowitsch sollte damals in einer gefälschten Wahl zum Präsidenten gemacht werden. Vorher – und später – war er Ministerpräsident. Jetzt könnte er ganz legal Präsident werden. Und die Ukraine wieder mehr gen Russland ausrichten.

In einer Stichwahl würde er sehr wahrscheinlich gegen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko antreten. Sie ist ein Gesicht der Orangenen Revolution – hat sich aber mit dem noch-amtierenden Präsidenten Viktor Juschtschenko überworfen.

“Für die Ukrainer ist das nichts Neues, zwischen Janukowitsch und Timoschenko zu wählen”, sagte der Analyst Vitaliy Portnikov, “das ist nur eine weitere Abstimmung über jene, die die Ukraine während der vergangenen fünf Jahre geführt haben – minus Juschtschenko: Es waren drei, nun sind es zwei, aber in puncto Moral und Effizienz hat sich nichts geändert.”

Neu hinzu kommen könnte nun der Banker und frühere Zentralbankschef Sergej Tigipko, der laut einer Umfrage sogar Timoschenko den Platz in der Stichwahl streitig machen könnte.

Keine Chancen werden hingegen Präsident Juschtschenko eingeräumt. Wegen schleppender Reformen, innenpolitischer Querelen und eines drohenden Staatsbankrotts wenden sich viele Ukrainer ab vom einstigen Anführer der Orangenen Revolution.