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Eine Insel im Chaos von Haiti

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Eine Insel im Chaos von Haiti

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Delmas 33 – das war einmal ein Viertel von Port-au-Prince. Heute befindet sich hier ein Lager mit mehr als 3000 Überlebenden, ein relativ sicheres Gebiet, in dem keine marodierenden Banden ihr Unwesen treiben. Hilfe gab es für die Menschen hier lange Zeit nicht: Erst Tage nach dem Erdbeben erreichten erste Lieferungen das Camp. “Hier in Delmas 33 haben die Menschen die Initiative ergriffen”, berichtet Euronews-Reporter Luis Carballo. “Sie hofften auf Hilfe aus der Luft und so haben sie auf einem alten Basketballfeld einen Landeplatz für einen Hubschrauber vorbereitet.”
 
Und tatsächlich: Große Markierungen auf dem Boden sollen einem Hubschrauber die Landung erleichtern. “Wir haben keine Hilfe bekommen, keine medizinische Versorgung”, sagt Julner Jolius, ein Überlebender des Erdbebens. “Darum haben wir diesen Platz vorbereitet. Wenn ein Hubschrauber hier landen will, um uns etwas zu bringen, dann sind wir bereit, es genau hier entgegenzunehmen.”
 
Das, was bislang tatsächlich bei den Überlebenden in Delmas 33 ankommt, ist bei weitem nicht genug – denn Hilfe ist dringend notwendig im behelfsmäßigen Camp. Viele Menschen sind verletzt oder krank, benötigt werden Medikamente, Nahrung und Wasser, vor allem für die Kinder. Und doch: der Lebensmut der Haitianer ist ungebrochen, ihr Optimismus trotzt der Zerstörung. Und so finden sich immer wieder Gruppen zusammen, die gemeinsam singen und musizieren – als kleines Zeichen der Hoffnung mitten im Chaos.