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Haiti: Ein Land stürzt ins Chaos

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Haiti: Ein Land stürzt ins Chaos

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Vor einer Woche brach auf der Karibikinsel Haiti eine Welt zusammen. Ein Erdbeben der Stärke 7 zerstörte große Teile des Landes. Gebäude stürzten ein wie Kartenhäuser. Bei der Naturkatastrophe starben nach Schätzungen rund 200.000 Menschen. 70.000 Leichen konnten bisher geborgen werden. Eineinhalb Millionen Menschen sind obdachlos. Wieviele vermisst werden, weiß noch niemand.

Inzwischen hat die Regierung den Ausnahmezustand verhängt. In Port-au-Prince regiert das Chaos. Immer wieder kommt es zu Unruhen, Plünderungen und Schießereien sind an der Tagesordnung. Die Menschen sind wütend und verzweifelt – denn die Hilfsgüter erreichen die Überlebenden nicht schnell genug. Es fehlt an Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten.

Vor der kanadischen Botschaft versuchten kanadische Staatsangehörige so schnell wie möglich das Land zu verlassen. Kaum einer wagte noch auf Hilfe zu hoffen. “Ich bin hier um meine Tochter zu holen”, erzählt ein Mann. “Ihre ganze Familie ist tot. Ohne sie kehre ich nicht nach Kanada zurück. Würde ich sie hierlassen, ist es so als würde ich sie ein zweites Mal töten.”

Aus dem US-Heimatschutzministerium hieß es, man erlaube Waisenkindern innerhalb einer bestimmten Frist die Einreise, damit sie besser versorgt werden könnten. Sobald offiziell bestätigt werde, dass die Kinder ihre Eltern verloren hätten, könnten sie zu Adoption freigegeben werden.