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Haiti: Neunzig Menschen lebend geborgen

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Haiti: Neunzig Menschen lebend geborgen

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Gut neunzig Menschen sind bisher lebend aus den Trümmern geborgen worden. Das ist die Bilanz des zuständigen UNO-Hilfswerks.

Dieser Mann, Roger, sucht im Schutt einen bestimmten Menschen: seine Frau Jeannette. Sie hat in einer Bank gearbeitet – das sind die Trümmer.

Dann auf einmal: Sie lebt, ruft Roger, er hat dort unten Jeannette Stimme gehört.

Sind Sie verletzt, fragt einer. Ich hab mir die Finger gebrochen, die Antwort von unten.

Wollen Sie Wasser? – Wenn Sie welches haben, das wäre schön. Aber dann: Ich kann nicht trinken! – Schuld sind die eingeklemmten Finger.

Jeannette will auch Roger etwas sagen: Auch wenn ich sterbe, ruft sie ihm aus den Trümmern zu, ich liebe dich doch immer.

Die Retter arbeiten weiter, mit bloßen Händen und allem, was man gebrauchen könnte. Dann kommt Hilfe aus Los Angeles: Die Feuerwehrleute haben moderne Technik – zum ersten Mal sieht man Jeannette dort unten.

Die Retter fassen Mut: Aber es ist schwierig, Jeannettes eingeklemmte Hand aus den Trümmerteilen dort unten zu befreien. Ganz vorsichtig, ganz behutsam müssen sie sich voranarbeiten: Und dann haben sie es geschafft – Jeannette ist gerettet und wieder bei Roger.

Aus Dankbarkeit stimmen die Menschen einen Choral an: “Je n’ai pas peur de la mort”, ich fürchte den Tod nicht.