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Pulverfass Haiti: Schleppende Hilfe und verzweifelte Menschen

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Pulverfass Haiti: Schleppende Hilfe und verzweifelte Menschen

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Am Flughafen von Port-au-Prince landen immer neue Maschinen mit Hilfsgütern für die notleidende Bevölkerung. Und auch der UN-Sonderbeauftragte für Haiti Bill Clinton packte mit an und half beim Ausladen. Tausende US-Soldaten versuchen, die Lage im Land zu stabilisieren, aber in der Bevölkerung wachsen die Spannungen. Für Euronews sprach Rafael Cereceda mit unserem Reporter vor Ort, Luis Carballo.

Rafael Cereceda: Wie fühlen sich die Haitianer angesichts der Tatsache, dass 10.000 amerikanische Soldaten zur Stabilisierung der Sicherheitslage im Land sind? In der Geschichte gab es ja mehrere amerikanische Interventionen in Haiti…

Luis Carballo: Die Haitianer sind sich natürlich bewusst, was für eine schreckliche Tragödie sich abspielt und dass alle, die jetzt ins Land kommen, ihnen helfen wollen. Aber was die Leute verärgert, ist, dass rund eine Woche nach dem Beben in einigen Gebieten noch immer keine Hilfsgüter und keine Sicherheitskräfte angekommen sind. Daher wächst die Aggression. Heute sind Hunderte Haitianer sogar vor den Eingängen des Flughafens gestanden – sie wollten ins Gebäude, um ausgeflogen zu werden. Es herrschen hier große Spannungen.

Rafael Cereceda: Man hört hier ganz unterschiedliche Angaben zur möglichen Zahl der Todesopfer. Woher kommen diese Zahlen?

Luis Carballo: In der derzeitigen Lage sind halbwegs seriöse Schätzungen fast unmöglich, denn es gibt keine Daten und die, die existierten, wurden durch das Beben zerstört. Die Medien konzentrieren sich zu stark auf die Zahl der Toten und vergessen darüber ein wenig das eigentliche Drama, nämlich das Leiden der Überlebenden.