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Ashtons Kritiker fordern: die EU soll in Haiti Flagge zeigen

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Ashtons Kritiker fordern: die EU soll in Haiti Flagge zeigen

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Die USA haben die Federführung bei der Organisation der Hilfe für Haiti übernommen. Damit stellen sie die EU in den Schatten, obwohl die Mitgliedsländer sich auf 420 Millionen Euro Hilfe für Haiti geinigt haben. Der turnusmäßige Ratspräsident Jose Luis Zapatero betonte, dass die EU im Erdbebengebiet Präsenz zeigen müsse:
“Wir versuchen eine Antwort auf die Tragödie in Haiti zu finden. Ich bin überzeugt, dass die Antwort der internationalen Gemeinschaft stark und solidarisch sein wird. Und die Europäische Union wird den Erwartungen gerecht werden.”

Für die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ist die Katastrophe in Haiti die erste Bewährungsprobe. Sie geriet ins Kreuzfeuer der Kritik weil sie nicht ins Erdbebengebiet reiste. Der spanische EU-Abgeordnete Inigo Mendez de Vigo erklärte:
“Ich hätte gerne die europäische Flagge mit den zwölf Sternen gesehen und Lady Ashton an der Spitze. In der Politik ist es sehr wichtig Gelegenheiten zu erkennen, und wir Konservativen sind der Meinung, dass Ashton hier eine Gelegenheit verpasst hat.”

Ashton verwies darauf, dass sie weder Arzt noch Feuerwehrmann sei und in Port-au-Prince die Rettungsteams nur gestört hätte.

Der grüne Abgeordnete Daniel Cohn Bendit bedauerte indes, dass die EU bei Katastrophen nicht schnell reagieren könne:
“Es gab 2006 einen Vorschlag für die Gründung einer Einsatztruppe zum Schutz von Zivilisten, wenn es diese gegeben hätte, wären wir Europäer sofort vor Ort in Haiti gewesen. Die Einsatztruppe ist jedoch nicht zustande gekommen, verantwortlich dafür sind die Mitgliedsländer, und ich denke, dass wir diese Debatte wieder aufnehmen müssen.”

Der scheidende Kommissar für Entwicklung und humanitäre Hilfe Karel de Gucht wird Morgen in Haiti eintreffen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen und um die europäische Flagge hochzuhalten.