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Chavez setzt Enteignungen fort

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Chavez setzt Enteignungen fort

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In Venezuela ist die Supermarktkette Exito verstaatlicht worden. Sie befand sich bisher mehrheitlich im Besitz des französischen Unternehmens Casino Guichard Parrachon. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hatte die Enteignung angeordnet. Exito soll seine Preise als Reaktion auf die massive Inflation erhöht haben. Die liegt bei 25 Prozent. Das ist der höchste Wert in Lateinamerika. “Wir haben eine zeitweilige Übernahme des Unternehmens angeordnet”, erklärte Wirtschaftsminister Eduardo Saman. “Später werden wir den Enteignungsprozess öffentlich einleiten. Wir tun das, weil das Unternehmen venezulanisches Recht gebrochen hat. Es hat ohne jeden Grund die Preise erhöht.”

Mehr als 1.000 Einzelhandelsgeschäft wurden von der Regierung in der vergangenen Woche vorübergehend geschlossen. Eine Maßnahme, die in der Bevölkerung auf große Skepsis stößt. “Das scheint mir nicht der richtig Weg zu sein”, meint eine Passantin. “Was tut denn der Präsident? Er baut nichts, und wenn irgendwo etwas entstanden ist, nimmt er es sich. Es ist einfach zu enteignen. Erst kommt die Enteignung, dann die Katastrophe.”

Hugo Chavez hat inzwischen auch drei Banken unter Staatsaufsicht gestellt. Er kritisierte vor allem ihre zögerliche Kreditvergabe. Am 8. Januar hatte Chavez die Landeswährung Bolivar abgewertet und danach die Wirtschaft vor Preiserhöhungen gewarnt.