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euronews: "Professor Kupchan, wie beurteilt ihrer Meinung nach Europa die Arbeit der USA bezüglich der Beziehungen zur islamischen Welt?

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euronews: "Professor Kupchan, wie beurteilt ihrer Meinung nach Europa die Arbeit der USA bezüglich der Beziehungen zur islamischen Welt?

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Charles Kupchan, Professor of International Relations at Georgetown University:
“Die Tendenz ist begrüßenswert. Ich denke, die Rede in Kairo, das Treffen im Rathaus von Ankara, die Idee, dass wir keinen Terror-Krieg führen, dass es nicht um Gut versus Teufel geht, das alles sind positive Entwicklungen. Aber die Kriege im Irak und in Afghanistan machen es für die USA schwer, Fortschritte zu erzielen. Dann gibt es noch die Ermorderung der CIA-Agenten, der versuchte Terroranschlag am 1. Weihnachtsfeiertag, das alles drängt die amerikanische Politik wieder in eine beängstigende Richtung.”

euronews:
“Wenn Obama zu Treffen wie dem EU-US-Gipfel im Mai in Spanien anreist, mit wem wird er am liebsten zusammenarbeiten: Van Rompuy, Ashton, Barroso oder Rogriguez Zapatero?”

Charles Kupchan, Professor of International Relations at Georgetown University:
“Sie sprechen das Richtige an, denn die EU befindet sich zurzeit in einer Übergangsperiode. Die Spanier machen den Eindruck, dass sie an der traditionellen Aufgabenteilung festhalten wollen. Aber seit Lissabon gibt es den ständigen Präsidenten und die Hohe Beauftragte für Außenpolitik. Obama wird also vorsichtig sein und allen verschiedenen Parteien, Respekt und Aufmerksamkeit entegegenbringen. Ich denke, aus amerikanischer Perspektive, vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte, gibt es in allen Parteien einen Konsens für ein starkes Europa zu sein. Je mehr Europa, desto besser ist es für die Vereinigten Staaten. Deshalb bin ich der Meinung, dass Obama ganz Ohr sein wird, wenn es darum geht, dass Europa versucht, eine gemeinsame Position in der Außen- und Verteidigungspolitik anzustreben.

euronews: “Können sie uns zum Schluss sagen, was in den Beziehungen zwischen der EU und der USA größte Aufmerksamkeit verlangt?

Charles Kupchan, Professor of International Relations at Georgetown University:
“Ich denke, die Beziehungen steht auf festen Grund, zweifellos haben sich diese seit der Bush-Ära erholt. Aber wir haben nicht mehr den Luxus nur übereinander zu sprechen. Die Euroatlantische-Gemeinschaft muss sich auch mit dem Rest der Welt beschäftigen: den Russen, den Chinesen, den Indern und den Brasilianern, mit Themen wie Klimawandel und den Gesundheitskrisen. Die Frage ist: Werden wir in der Lage sein, unseren Dialog von `was machen wir in der Atlantikzone` zu `wie binden wir die restliche Welt ein` zu ändern? Das wird kein leichter Wechsel, nachdem wir uns sechszig Jahre hauptsächlich um uns selbst gesorgt haben.”