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Haiti: Das Elend abseits von Port-au-Prince

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Haiti: Das Elend abseits von Port-au-Prince

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Leogane liegt westlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince. Nach dem Erdbeben der Stärke 7 sieht es hier aus wie nach einem Bombenangriff. 50.000 Menschen lebten einmal hier. Nun sind 90 Prozent der Gebäude zerstört und die Vereinten Nationen schätzen, dass bis zu 10.000 Menschen in Leogane starben. Immerhin 20 Prozent der Einwohner.

“Von der Schule “Santa Rosa de Lima” ist nichts mehr übrig”, erzählt Euronews-Reporter Luis Carballo. “60 Kinder konnten nur noch tot geborgen werden. Die Rettungsteams haben ihre Arbeiten eingestellt. Sie können nichts mehr tun. In den Ruinen habe ich Zeichnungen der Kinder gefunden. Sie lebten in der Klosterschule, die von Nonnen betrieben wurde.” Und auch Philippe Boliar, der in Leogane lebt, weiß von Schrecklichem zu berichten: “Das Schlimmste sind nicht die Zerstörungen. Das Schlimmste ist es, die Verschütteten unter den Trümmern zu finden. Noch in der Nacht bin ich hierher gelaufen um zu helfen. Vielleicht leben noch Kinder unter dem Schutt, sagte ich mir. Das Fürchterlichste war dann, ein Kind um Hilfe schreien zu hören. Mit bloßen Händen konnte ich ihm nicht helfen. Man kann nichts tun.”

Helfer bezeichnen die Lage abseits der Hauptstadt Port-au-Prince als katastrophal. Die internationale Hilfe komme in den Gegenden noch nicht an, beklagen sie. Ihre Hauptaufgabe sehen sie darin, die Erdbebenopfer medizinisch zu versorgen, bevor die Verletzungen sich entzünden. Die katholische Hilfsorganistion Caritas weitete inzwischen ihre Hilfe für das Gebiet aus. Eine Million Euro stehen dafür zur Verfügung.