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Europa wartet bei Körperscannern noch ab

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Europa wartet bei Körperscannern noch ab

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Europa wartet bei der möglichen Einführung von Körperscannern auf Flughäfen noch ab – trotz Drängens aus Amerika.

Diese Scanner, die einen Menschen faktisch nackt zeigen, sind seit kurzem verstärkt im Gespräch. Auslöser ist der vereitelte Flugzeuganschlag von Detroit zu Weihnachten, als ein Passagier Sprengstoff zünden wollte – Sprengstoff, den er unbemerkt an Bord bringen konnte.

Zu einem Treffen der EU-Innenminister im spanischen Toledo war eigens aus den USA die Heimatschutzministerin gekommen. Aus amerikanischer Sicht seien die Scanner nützlich,
sagt Janet Napolitano. Deswegen forciere man ihren
Einsatz.

Die Europäer wollen sich aber nicht drängen lassen. Der Gastgeber des Treffens, Spaniens Innenminister
Alfredo Pérez Rubalcaba, weist darauf hin, dass man
für eine Entscheidung über derartige Scanner noch drei Berichte der EU-Kommission brauche: Darin gehe es zum einen um die Wirksamkeit, dann um die Auswirkungen auf die Gesundheit und schließlich
um den Schutz der Intimsphäre.

Die USA wollen die Zahl von vierzig Scannern auf ihren Flughäfen drastisch erhöhen – bis zum nächsten Jahr um das Zehnfache. In der EU sind es zur Zeit nur einzelne Länder, die Körperscanner
einsetzen oder das planen. Deutschland will darüber
bis zum Sommer entscheiden; Österreich wartet eine europäische Regelung ab.