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Krankenhaus-Schiff vor Haiti

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Krankenhaus-Schiff vor Haiti

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Die Vereinigten Staaten haben ihr Lazarettschiff, die USCS “Comfort” nach Haiti verlegt. Die Ärzte begannen, auf dem vor Port-au-Prince ankernden Schiff umgehend die ersten Patienten zu behandeln. Die “Comfort” bietet Platz für rund tausend Patienten. Sechs OP-Säle stehen zur Verfügung “Momentan sind fünf Operationsäle belegt”, erzählt einer der Mediziner. “Wir sind hauptsächlich mit Wundreinigungen und Amputationen beschäftigt”

Zu den ersten Erdbeben-Opfern, die auf dem Krankenhaus-Schiff medizinisch versorgt wurden, gehörten auch Menschen, die infolge des Bebens schwere Verbrennungen oder komplizierte Knochenbrüche davongetragen hatten. Die “Comfort” soll so lange vor Port-au-Prince
bleiben, bis eine ausreichende medizinische Infrastruktur in der Hauptstadt Haitis aufgebaut worden ist – doch davon ist man gegenwärtig noch weit entfernt.

Die Krankenhäuser in Port-au-Prince, so man sie denn so nennen will, bestehen oftmals aus nicht mehr als einem notdürftig durch Zeltplanen abgeschirmten Platz auf offener Straße. Die Ärzte führen hier unter unvorstellbaren Bedingungen die medizinische Notversorgung durch. Oft genug werden Menschen mit leichteren Verletzungen einfach wieder weggeschickt. “Die ersten Tage mussten wir Patienten die Aufnahme verweigern”, so ein Arzt. “Wir konnten sie nicht behandeln. Ich hoffe, daß sie anderswo Hilfe fanden, aber wir mussten einfach eine Auswahl treffen.”

Um den schätzungsweise 250.000 Verletzten im Katastrophengebiet weiter zu helfen, stockte die internationale Staatengemeinschaft ihre Hilfszusagen noch einmal auf.