Eilmeldung

Eilmeldung

Afghanistan will bald für eigene Sicherheit sorgen

Sie lesen gerade:

Afghanistan will bald für eigene Sicherheit sorgen

Schriftgrösse Aa Aa

In fünf Jahren will Afghanistan die Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen. Das kündigte ein hoher Vertreter an, Afghanistans Außenminister in der alten Regierung – also bis vor wenigen Tagen.

Rangin Dadfar Spanta war dazu nach Berlin gekommen, zu einem Afghanistantreffen der deutschen Sozialdemokraten. Das gleiche Ziel, die Fünfjahresfrist, will er auch auf der Afghanistankonferenz nächste Woche in London verkünden.

Als Voraussetzung dafür nannte er aber auch, dass die internationale Gemeinschaft seinem Land bis dahin massiv bei der Ausbildung von Armee und Polizei helfe.

Spanta lehnte es auch ab, sich schon jetzt auf einen Abzugstermin für die ausländischen Truppen festzulegen. Das hätte schwere Folgen, zum Beispiel für die Lage der Frauen, sagt er sogar auf Deutsch: “Frauen sind in meinem Land die Hauptverliererinnen, wenn sie frühzeitig uns allein lassen: Das hoffe ich nicht.”

Der Parteivorsitzende bekräftigt aber die bekannte Haltung der SPD; innerhalb der nächsten Jahre soll ein Truppenabzug beginnen und auch abgeschlossen sein. “Wir schlagen den Zeitkorridor 2013 bis 2015 vor”, sagt Sigmar Gabriel. “Es muss allen beteiligten
Akteuren klar sein, dass unser Engagement ein zeitlich befristetes ist.”

Die Sozialdemokraten sind auch gegen weitere deutsche Kampftruppen in Afghanistan. Das Mandat gilt für bis zu viereinhalbtausend Soldaten; dieses Kontingent ist auch nahezu ausgeschöpft.

Einen Bericht, wonach möglicherweise eine Erhöhung auf bis zu sechstausend Mann geplant sei, hat das Verteidigungsministerium bestritten – zumindest die Zahl an sich. Andererseits schließt der Minister selbst eine Verstärkung für die Truppen dort auch nicht aus.