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Rom räumt Romalager

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Rom räumt Romalager

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Die italienische Behörden haben mit der Räumung des Romalagers Casilio 900 bei Rom begonnen. Es ist das größte Camp dieser Art in Europa. Die Roma sollen in ein anderes, moderneres Lager gebracht werden, doch manche von ihnen leben schon seit 40 Jahren hier und wollen bleiben. Die meisten sind aus dem Kosovo geflüchtet und haben keine gültigen Papiere. “Wir leben hier wie Schweine”, sagt einer von ihnen, “es ist eine Schande. Dies ist das älteste Camp, wir sind seit 40 Jahren hier und sie schieben uns herum, wie sie wollen. Das ist keine Art, die Leute zu behandeln, wir sind keine Tiere.” Andere räumen das Lager gerne, gerade wegen der schlechten Lebensbedingungen. Sie hoffen auf bessere Umstände in einer neuen Umgebung. Marco Squicciarini vom Roten Kreuz sagt, anfangs hätten viele es abgelehnt, ihre Häuser zu verlassen, in denen sie seit 40 Jahren leben. Aber inzwischen wollten viele gehen. Diejenigen, die bereits im neuen Camp seien, hätten ihnen erzählt, dass es ihnen gut gehe; dass es heisses Wasser und Strom gebe. Das neue Lager ist in Castelnuevo di Porto im Norden von Rom. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, die Umsiedlungspolitik der italienischen Regierung verhindere die Integration der Roma in die italienische Gesellschaft. In das neue Lager wurden auch Roma-Familien aus anderen Vororten Roms gebracht.