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Zeltstädte für 400.000 Haitianer

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Zeltstädte für 400.000 Haitianer

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Eineinhalb Wochen nach dem zerstörerischen Erdbeben verlassen weiter Menschen die in Trümmern liegende Hauptstadt Port-au-Prince. Ihr Strom soll nun gelenkt werden: in neu errichteten Zeltstädten sollen 400.000, die durch das Beben obdach- und mittellos wurden, vorübergehend eine Zuflucht finden. Drei mal mehr Menschen, schätzen die Behörden, haben ihr Zuhause verloren.

Die meisten aber harren aus, wie im Armen-Viertel Cité l’Etenel, wo eine geborstene Wasserleitung zur Versorgungader geworden ist. Wegen mangelnder Hygiene, warnen Ärzte, drohen Durchfall, Seuchen, Infektionen.

Ein Drittel der auf 200.000 geschätzten Opfer wurde laut haitianischen Behörden bereits beerdigt. Zeit zur Identifizierung bleibt nicht, ebensowenig für das Anliegen internationaler Helfer, flache Gräber zu schaufeln – falls dafür später Zeit ist.

Nach notdürftigen Reparaturen sollte der Hafen seinen Betrieb wieder aufnehmen. Am Kai eine Flut von Menschen, die nur eines wollen: weg aus dem Chaos der Hauptstadt, ins westliche Jeremie. Dorthin fährt ab und zu ein Schiff.

Die USA aber fürchten, dass viele Haitianer, die alles verloren haben, nichts davon abhält, die gefährliche Überfahrt zur amerikanischen Küste zu wagen. Weitere Flüchtlinge würden die USA nicht aufnehmen, stellte Heimatschutzministerin Janet Napolitano am Morgen klar. Haitianer, die illegal dort sind, dürfen aber vorübergehend bleiben und arbeiten. Währenddessen versuchen US-Soldaten dafür zu sorgen, dass die Hilfe ankommt, auch in entlegenen Gebieten.