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Haiti stellt Suche nach Überlebenden ein

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Haiti stellt Suche nach Überlebenden ein

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Dieser junge Mann könnte der letzte sein, der aus den Trümmern von Haitis Hauptstadt Port-au-Prince lebend geborgen wird. Die haitianischen Behörden haben die Suche nach Überlebenden offiziell eingestellt – am Tag elf nach dem verheerenden Erdbeben.

Stark ausgetrocknet wurde der 22-Jährige gestern von einem israelischen Team befreit; ebenso eine 84-jährige Frau, ausgegraben von Angehörigen. Beide Geretteten sind in kritischem Zustand. Ob sie überleben werden, gilt Ärzten zufolge als fraglich.

Insgesamt 132 Menschen wurden laut UN-Angaben lebend aus den Ruinen geborgen. Ist die Suche offiziell eingestellt, kann nun schweres Räumgerät anrücken. Die Regierung schätzt die Zahl der zerstörten Häuser auf 11.000. Sie dürfte tatsächlich aber weit höher liegen: Laut der UNO brauchen 1.5 Millionen Haitianer ein Obdach – das ist jeder Sechste.

Doch es wird wieder ein wenig Normalität getankt. Die bunten Minibusse, genannt Taptaps, fahren wieder, einige Banken und Geldtransfer-Insitute haben geöffnet und auch dieser Supermarkt versorgt wieder Kunden, auch wenn die meisten Haitianer noch monatelang auf Lebensmittelhilfen angewiesen bleiben.

“Bei dem Beben kippte alles auf den Boden”, sagt ein Verkäufer, “wir haben aufgeräumt, den Markt wieder aufgemacht jetzt hoffen wir, das wir neue Ware geliefert bekommen, die wir verkaufen können.”

Bei dem Beben der Stärke 7 auf der Richter-Skala kamen laut Angaben der haitianischen Behörden mehr als 111.000 Menschen ums Leben. Mindestens eine Viertelmillion Menschen wurde verletzt.