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Jeder dritte Haitianer braucht auf Dauer Hilfe

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Jeder dritte Haitianer braucht auf Dauer Hilfe

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Elf Tage nach dem Erdbeben sucht Haiti nach den überresten seiner alten Normalität – und wenn es vorerst nur traditionelle Beerdigungsfeierlichkeiten sind wie für den Erzbischof von Port-au-Prince.

Mehr als 1000 Menschen kamen zu den Ruinen der katholischen Kathedrale, darunter Präsident Rene Preval und der Vatikan-Botschafter Bernadito Cleopas Auza.

Obwohl ganze Stadtviertel noch genauso daliegen wie kurz nach dem Beben, hat die Regierung die Phase der Such- und Rettungsarbeiten für beendet erklärt. Rettungsmannschaften hatten 132 Menschen lebend aus zerstörten Gebäuden geholt,
zuletzt zwei am Freitag. Die Zahl der Opfer der Naturkatastrophe wird in ersten offiziellen Angaben auf 111 000 geschätzt – es könnten aber auch
200 000 sein.

Jetzt geht es um die, die überlebt haben. Hunderttausende sind teils schwer verletzt. Bis zu drei Millionen haben ihr Dach über dem Kopf verloren. Es mangelt nach wie vor Vielen an Essen und sauberem Wasser, während manche Orte mit Hilfsgütern überhäuft werden.

Hilfsorganisationen schätzen, dass ein Drittel der neun Millionen Haitianer Unterstützung benötigen dürfte, auch für längere Zeit.

Manche Supermärkte verbreiten Hoffnung – die Regale sind voll, aber die Ware wurde meist noch vor dem Beben geliefert.

Ein Drittel der Tankstellen ist wieder in Betrieb – die längsten Schlangen stehen im Moment vor den Banken.

Über die Koordination der Hilfe für Haiti berät ab morgen eine Konferenz im kanadischen Montreal.