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Kreuzfahrt-Kontroverse um Haiti

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Kreuzfahrt-Kontroverse um Haiti

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“Entdecke Haiti”, sagt das Schild am Strand, ruft der junge Mann mit der Sonnenbrille den Gästen zu. Doch sollen Kreuzfahrtschiffe im Erdbebengebiet vor Anker gehen?

Diese Frage beschäftigt weiter Luxus-Touristen und Kritiker, seit die Reederei Royal Carribian ihre Schiffe schon drei Tage nach dem Jahrhundertbeben wieder ankern ließ – der Einnahmen wegen, aber auch, so das Unternehmen, der Einheimischen wegen.

“Wie könnte ich wollen, dass die Schiffe nicht mehr kommen? Ohne Boote können wir nicht leben”, sagt Jameson Charitable, einer von mehr als 200 Angestellten am gepachteten Privatstrand. Auch sein Vater und Bruder arbeiten für die Reederei.

Der unversehrte Traumstrand liegt gut hundert Kilometer entfernt von den Trümmern der Hauptstadt Port-au-Prince.

Die anfängliche Kritik sei nun leiser geworden, so der Manager der Anlage in Labadee, David Southby. Die Menschen hätten verstanden, dass die Reederei die Haitianer in ihrer größten Not vernachlässigt hätte, hätte sie keine Schiffe mehr geschickt.

Einige Lieferungen Soforthilfe und eine Million Dollar Finanzhilfe bringt Royal Carribian außer den Touristen nach Haiti. Von denen blieben einige jedoch an Bord und dem Traumstrand fern. Sie zu interviewen hat die Reederei untersagt.