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Unicef warnt vor Adoptionen aus Haiti

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Unicef warnt vor Adoptionen aus Haiti

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Die Waisen von Haiti. Schon vor dem Beben lebten in dem armen Karibikstaat 380.000 Kinder ohne Eltern, schätzen Hilfsorganisationen. Zehntausende könnten nun hinzugekommen sein. Einige verloren ihre Eltern in früheren Naturkatastrophen wie Tropenstürmen und Überschwemmungen, andere wurden zurückgelassen, weil ihre Eltern sie nicht mehr versorgen konnten oder wollten.

Dennoch warnt das UN-Kinderhilfswerk UNICEF warnt vor vorschnellen Adoptionen: “Wir haben Berichte über Kinder, die außer Landes geschafft wurden, und wir von UNICEF machen uns darüber große Sorgen. Die Regierung untersucht diese Berichte. Und gemeinsam mit der Regierung und anderen Partnern unternimmt UNICEF verschiedene Schritte, um diese Situation zu beenden”, sagt UNICEF-Sprecher Kent Page in Port-au-Prince.

Die Kontrollen wurden verstärkt, denn neben legalen Auslandsadoption drohen Mnschenhandel und Missbrauch. Den Kindern sollte bevorzugt in der Heimat geholfen werden, sagen Hilfsorganisationen, auch könne die Zusammenführung mit Angehörigen Monate dauern.

“Es ist noch zu früh, um über Adoptionen zu sprechen”, so der Präsident von UNICEF Frankreich, Jacques Hintzy, in Paris. “Wir müssen sicher sein, was die Situation der Kinder anbelangt. Haben sie wirklich ihre Eltern verloren? Gibt es nicht andere Familienmitglieder, einen Onkel, eine Tante, einen Bruder oder vielleicht eine haitianische Familie, die sich um sie kümmern möchte? Und erst, wenn alle diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, können wir eine internationale Adoption in Betracht ziehen.”

33 Kinder kamen gestern in Paris an, diese und rund 240 weitere Adoptionen waren schon vor dem Beben von Frankreich und Haiti genehmigt worden. Mehr als doppelt so viele Fälle sind bei den französischen Behörden anhängig. In anderen Fällen aber haben Kinder Haiti verlassen, deren Fall noch nicht geklärt war, etwa in die Niederlande.