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Anklage Völkermord: Paris ermittelt in Ruanda

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Anklage Völkermord: Paris ermittelt in Ruanda

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Der Völkermord in Ruanda beschäftigt nach 15 Jahren die französische Justiz. Zwei Pariser Untersuchungsrichter reisten nach Kigali, um gegen Verantwortliche des Genozids mit mindestens einer halben Million Toten zu ermitteln.

Einige Gesuchte halten sich in Frankreich auf, wie Callixte Mbarushimana, Funktionär der Hutu-Rebellengruppe FDLR. Die massiven Vorwürfe weist der frühere UN-Computerexperte zurück, der auch geheime Unterlagen für die Massenmorde verwendet haben soll. Anschließend war er noch jahrelang bei der UNO beschäftigt.

Wegen Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit eines Verfahrens und der drohenden Todesstrafe wurde er nicht an Ruanda ausgeliefert, auch nicht nach einer Festnahme in Frankfurt 2008.

Die meisten Toten waren Angehörige der Tutsi-Minderheit oder moderate Hutu. Für den früheren UN-Nothilfekoordinator in Ruanda, Gregory Alex ist die Untätigkeit der Vereinten Nationen unbegreiflich.

Mehr als zwei Millionen Menschen waren vor drohender Ermordung und Vergewaltigung geflohen, die meisten ins benachbarte Zaire, die heutige Demokratische Republik Kongo. Im vergangenen Mai töten Hutu-Rebellen der FDLR dort auf brutalste Weise mehr als 100 Menschen.