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Mehr Tote als zuerst angenommen

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Mehr Tote als zuerst angenommen

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Knapp zwei Wochen nach dem Jahrhundertbeben in Haiti muss die Bilanz der Todesopfer auf rund 150.000 nach oben korrigiert werden.

Und diese Zahl bezieht sich erst einmal nur auf die Region Port-au-Prince. Wieviele Opfer das Beben im Umland forderte, ist nach wie vor unbekannt, zumal Haiti auch am Sonntag wieder von Nachbeben heimgesucht wurde.

Die Erdstöße hatten nach Angaben der US-Erdbebenwarte eine Stärke von 4,7. Über neue Schäden oder Verletzte war zunächst nichts bekannt. Die verängstigten Menschen drängen unterdessen in die völlig überfüllten Notaufnahme-Stationen:
“Meist wollen selbst die Verwandten mit ins Krankenhaus kommen, weil sie sich hier sicherer fühlen. Es geht jetzt darum, provisorische Unterkünfte mit medizinischer Nachversorgung zu errichten und die Menschen zu überzeugen dorthin
auszuweichen.”

Die Verteilung von Lebensmitteln ist jedoch immer noch ein Alptraum für die Helfer. Die Hilfs-Organisationen berichten von Ausschreitungen
unter den Hungernden. In Port-au-Prince setzten Polizeikräfte zeitweise Warnschüsse und Tränengas ein, um den Ansturm in Schach zu halten.

In der Umgebung der Hauptstadt sind noch immer etwa 600.000 Menschen ohne ein Dach über dem Kopf,- es werden dringend Zelte benötigt.

Neue Adoptionen hat die Regierung Haitis unterdessen gestoppt, da es nach dem Beben Berichte über einen zunehmenden Kinderhandel gegeben hatte.