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Wie weiter mit Haiti?

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Wie weiter mit Haiti?

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Eine verwüstete Hauptstadt, in der es an allem fehlt. Das ist Port-au-Prince 13 Tage nach dem Hauptbeben. Nachbeben haben seither nicht nur die Angst genährt sondern auch erste kleine Selbsthilfe-Maßnahmen zunichte gemacht. Die Naturkatastrophe verändert gesellschaftliche Strukturen in nie gekanntem Ausmaß.

Für seine Armut ist Haiti bekannt – was nicht heißt, dass es dort nicht auch Reiche und Superreiche gab und gibt. Wie den Unternehmer Fritz Mevs.
Er konstatiert, das Erdbeben habe keinen Unterschied gemacht zwischen guten und schlechten Gegengen, zwischen arm und reich.
Er nennt es das “demokratischste Ereignis, das es jemals in der Geschichte Haitis gab.”

So sehr Fritz Mevs die Leute verstehen kann, die das Land verlassen, so sehr bedauert er die Folgen. Er will sein Vermögen im Land lassen und braucht Fachkräfte, um seine Unternehmen wieder aufzubauen. Warum fortgeht, wer immer kann, erklärt diese Frau vor ihrem Abflug: “Es fehlt an sauberem Wasser, es kann ein Epidemie kommen, es gibt keine Ärzte, keine Krankenhäuser….ich möchte aber später in mein Land zurückkommen.”

Von den 508 Notaufnahmelagern in Haiti verfügen zur Zeit ganze 6 über einwandfreies Trinkwasser. In den Lagern leben mehr als 600.000 Menschen,
hunderttausend Zelte werden noch gebraucht.

Auf lange Sicht sind 60 Prozent des produzierenden Gewerbes vernichtet. In den drei wichtigsten Städte liegen die Hälfte aller Häuser in Trümmern.
Geschätze Wiederaufbaukosten: 7 Milliarden Euro. Geschätze Wiederaufbauzeit: 10 bis 25 Jahre!

Ein haitianischer Politiker sagte, da die gesamte Infrastruktur des Staates nicht mehr funktioniere, sei es vielleicht besser für das Volk, wenn Haiti für eine begrenzte Zeit von den Vereinten Nationen treuhänderisch verwaltet werde.