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Auschwitz - Mahnung und Verantwortung

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Auschwitz - Mahnung und Verantwortung

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Am 27. Januar 1945, nachmittags gegen 15 Uhr, erreichten Soldaten der Sowjet-Armee diesen Ort. Sie befreiten die letzten 7.000 überlebenden Häftlinge, die die SS nicht mehr zu ermorden geschafft hatte. Mehr als 60.000 ihrer Opfer trieben die Aufseher vor sich her gen Westen.
Für viele davon wurde es ein Todesmarsch, sie starben an Hunger, blieben in diesem eiskalten Januar auf dem Weg liegen und erfroren.
Oder wurden erschossen.

Auschwitz-Birkenau steht seitdem für die bewußt geplanten massenhafte Vernichtung von Menschenleben. Olga Sokolowa, die die Ausstellung zum Jahrestag der Befreiung mit erarbeitet hat, nennt Briefe sowjetischer Offiziere die bewegendsten Zeugnisse aus jenen Tagen. Sie standen als erste von Angesicht zu Angesicht den Opfern gegenüber, mussten diesem Albtraum der Menschheit ins Auge sehen. Sie beschrieben, was sie sahen, als “Mordfabrik”

Mehr als eine Million Menschen wurden hier ermordet. Die meisten Opfer waren Juden, dazu Polen, Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene. An 600 Sowjet-Soldaten wurde im September 1941 das Giftgas Zyklon B “erprobt”.
Nachdem die Nazi-Führung 1942 die “Endlösung der Judenfrage” beschlossen hatte, begann hier der industrialisierte Völkermord.

Jerzy Michnol, ein Überlebender beschreibt, wie die Opfer nackt ins “Bad” getrieben wurden, wo das tödliche Gas von der Decke strömte.
Einzig ein Fingerzeig eines SS-Mannes schickte einen in diese Reihe oder jene, entschied über Leben und Tod.

Seitdem kennt die Menschheit das Wort “Holocaust”.
Der erste Lagerkommandant Rudolf Höß endete 1947 am Galgen. Die Lehren aber aus dieser grauenhaften Erfahrung, was Menschen Menschen antun können, dürfen nie vergessen werden.
Darum wird auch euronews morgen ausführlich von der Gedenkveranstaltung berichten.