Eilmeldung

Eilmeldung

Haiti bittet um drei Milliarden Dollar

Sie lesen gerade:

Haiti bittet um drei Milliarden Dollar

Schriftgrösse Aa Aa

Die Versorgung Haitis bleibt fast zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben problematisch. UNO-Blauhelme aus Uruguay mussten gestern die Verteilung von Lebensmitteln nahe dem Präsidentenpalast abbrechen, nachdem unter den tausenden Wartenden Unruhen ausgebrochen waren.

Die Chefin des UN-Welternährungsprogramm geht inzwischen davon aus, dass rund zwei Millionen Haitianer ein Jahr lang versorgt werden müssen – doppelt so lang wie zunächst angenommen. Sie bat alle Armeen weltweit um Fertigmahlzeiten.

Die haitianische Regierung benötigt nach eigenen Angaben drei Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau, mehr als zwei Milliarden Euro. Auf einer Haiti-Konferenz im kanadischen Montréal betonte US-Außenministerin Hillary Clinton, dass die USA und andere Geberländer Partner und nicht Patron seien: Ergebnisse müssten für die Haitianer sichtbar und fühlbar sein, Ziel sei eine friedliche und florierende Zukunft für sie.

Im März will die UNO eine Geberkonferenz in New York ausrichten. Dabei soll es auch um einen möglichen Schuldenerlass und die Rolle grüner Technologien wie Windkraft beim Wiederaufbau gehen.

Trotz der äußerst geringen Aussicht auf Erfolg suchte ein mexikanisches Rettungsteam in den Trümmern des Montana-Hotels weiter nach Überlebenden. Unterdessen erwägt die Regierung, die Innenstadt von Port-au-Prince zeitweise abzuriegeln, um sie abreißen und neu aufbauen zu können. Solange sollen die Überlebenden aufs Land ziehen.