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Schwieriger Wiederaufbau in Haiti

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Schwieriger Wiederaufbau in Haiti

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Zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Haiti versuchen die Menschen in der Hauptstadt Port-au-Prince, ihre zerstörten Häuser wieder aufzubauen. Rund 400.000 der drei Millionen Einwohner haben die Stadt bereits verlassen. Jene, die bleiben, machen sich mit behelfsmäßigem Werkzeug an die Arbeit. Viele beklagen allerdings, dass sie keine Unterstützung aus dem Ausland bekämen. “Ich habe keinerlei Hilfe erhalten, niemand ist gekommen”, lamentiert ein Haitianer. “Jetzt versuche ich, mein Haus selbst aufzubauen, weil ich sonst draußen schlafen muss. Ich hoffe, dass ich es schaffe, denn es ist niemand da, um mir zu helfen.”

Die haitianische Regierung erwägt, das Zentrum von Port-au-Prince vorübergehend abzuriegeln, um neue und stabilere Gebäude zu errichten. Haitis Regierungschef bat die Internationale Gemeinschaft auf einer Geberkonferenz in Montréal um zwei Milliarden Euro Finanzhilfe. Ein umfassendes Konzept sowie dessen Finanzierung sollen Thema einer großen Haiti-Konferenz im März in New York sein. Aber schon die “kleine” Konferenz in Montréal sei gut verlaufen, sagte Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner: “Es ging nicht nur darum, sich zu beklagen oder Mitleid zu zeigen, es war ein Arbeitstreffen. Wir wollen die Haitianer nicht bevormunden, sondern ihnen Hoffnung geben und Hilfe, aber unter ihrer Führung.”

Die Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten gestaltet sich weiterhin schwierig. Vor dem Präsidentenpalast in Port-au-Prince kam es zu Kämpfen um die Hilfsgüter. Laut dem Welternährungsprogramm wurden seit der Katastrophe rund fünf Millionen Mahlzeiten an fast 300.000 Menschen verteilt. Mittlerweile geht man davon aus, dass die Aktion mindestens ein Jahr lang fortgesetzt werden muss – damit ist sie eine der größten Herausforderungen in den vergangenen 40 Jahren.