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Davos: Auf der Suche nach den Ursachen der Krise

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Davos: Auf der Suche nach den Ursachen der Krise

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Davos ist wahrscheinlich der feinste Club der Welt. Während die Temperaturen im Freien weit unter Null liegen und die Sicherheitsvorkehrungen schärfer als sonst sind, wird drinnen über mögliche Auswege aus der globalen Krise debattiert.

Um eine nächste Finanzkrise zu verhindern, ist es notwendig, die Ursachen der derzeitigen Krise festzustellen. Dazu gehören auch die Spekulationen. Die Blase platzte auf den Kapitalmärkten. Die Staaten intervenierten mit riesigen Summen und verlegten das Problem in den Bereich der Anleihen.

“Die gefährlichste Blase kommt heute nicht von den Kapital- oder den Aktienmärkten sondern von den Märkten für festverzinsliche Papiere. Der Blase liegen die riesigen öffentlichen Schulden zu Grunde, die überall in der Welt angehäuft wurden, in den USA zuallererst, doch auch in allen Staaten Europas. Dieser Schuldenberg kann wirtschaftliche Probleme schaffen, wie bereits früher in der Geschichte”, meinte der Professor für Volkswirtschaft, Xavier Sala, von der Columbia University.

Einer der häufigsten Vorwürfe gegen Davos war, hier werde eine ausschließlich kapitalistische Sicht auf die Welt vertreten. Die Rezession aber scheint die Wahrnehmung der Faktoren der Weltwirtschaft verändert zu haben.

“Der Kapitalismus war der Weg, um Initiativen zu entwickeln, um die Menschen dahin zu bringen, das Beste zu geben. Doch insgesamt war das nicht genug, um der Gesellschaft zurückzugeben, was ihr als Lösung zurückgegeben werden muss. Also müssen wir über Alternativen nachdenken”, sagt der Vorstandsvorsitzende von Alcatel Lucent,
Ben Verwaayen.

Um das Vertrauen wieder herzustellen und um gegen die Spekulation zu kämpfen, zirkuliert nun der Gedanke einer Reform der Banken und einer internationalen Reglementierung. Die Rede ist von einem Umbau der Großbanken und davon, die Felder auf denen sie agieren, deutlich voneinander zu trennen.