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Frauen an die Macht! An die politische!

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Frauen an die Macht! An die politische!

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Wie ist es wirklich um die Teilnahme der Frauen an der Ausübung politischer Macht bestellt? In der Parlamentarischen Versammlung des Europarates hat die Luxemburger Sozialistin Lydie Err eine Studie vorgelegt, die reichlich Stoff zum Nachdenken bietet.

Die Parlamentarierin hat untersucht, was das Quotensystem für Listenplätze bei Wahlen in den einzelnen Ländern bewirkt hat. Das Ergebnis ist ernüchternd:Selbst wenn man den Nachholebedarf berücksichtigt, der daraus entstand, dass etwa in Frankreich die Frauen erst nach dem II. Weltkrieg das Wahlrecht bekamen.

Die Studie belegt: 1975 waren weltweit 10,9 Prozent der Abgeordneten in nationalen Parlamenten weiblich. 35 Jahre später sind es immer noch nicht mehr als 18 Prozent. Ein Zuwachs um 7 Prozent. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, wird es noch 160 Jahre dauern, ehe die Frauen gleichziehen.

Nach Meinung von Lydie Err sind festgeschriebene Quoten für Kandidatenlisten der effektivste Weg.
“Man muss das Quotensystem nicht lieben”, sagt sie, “ um das benötigte Resultat zu erzielen, braucht man es aber.” Sie selber sei offen für jede bessere Idee – es habe sich aber gezeigt, dass politischer Wille allein ohne Quoten nicht ausreiche. Da tue sich einfach nichts.

Sie lobt das belgische Quoten-Gesetz, das habe wirklich deutlich mehr Frauen echte Chancen bei Wahlen eingeräumt. Ämterhäufung aber, wie sie besonders in Frankreich üblich ist, betrachtet sie als kontraproduktiv.

Lydie Err verweist auf die oftmals höhere Qualifikation der Frauen, die dann aber trotzdem an den von Männern blockierten politischen Apparaten scheiterten.

Solange die Möglichkeit zur Ämterhäufung bestehe, würden männliche Politiker der Versuchung erliegen, durch noch mehr Ämter noch mehr Macht zu bekommen – und so den Frauen zu Zugang zu politischer Verantwortung erschweren.

Die Lösung muss nach Meinung der Luxemburger Politikerin innerhalb der politischen Parteien gefunden werden. Die müssen Demokratie auch gegenüber den Frauen in den eigenen Reihen praktizieren.