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Proteste gegen Afghanistan-Konferenz

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Proteste gegen Afghanistan-Konferenz

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Vor dem Lancaster House, dem Tagungsort der internationalen Afghanistan-Konferenz, haben sich am Donnerstag zahlreiche Demonstranten eingefunden. Organisiert wurde die Kundgebung von der so genannten “Stopp-the-war”-Koalition. Sie sieht den Krieg in Afghanistan als einen Krieg, der nicht zu gewinnen ist und kritisiert, dass auf der Konferenz versucht werde, den Krieg als “guten Krieg” zu verkaufen. “Wir protestieren, weil diese Konferenz als Friedenskonferenz bezeichnet wird”, erkärt Mitorgaisator Chris Nineham, “es in Wahrheit aber eine Kriegskonferenz ist.”

Auch mehrere Afghanen fanden sich ein. Sie kritisieren vor allem die geplanten Verhandlungen mit gemäßigten Taliban. “Dies ist eine Konferenz der Kolonialmächte”, so ein Demonstrant. “Man plant die Zukunft der muslimischen Welt, aber die Regierung unter Karsai soll bleiben.” Der Präsident und die Regierung in Kabul werden von vielen Afghanen als zu schwach gesehen, um die Taliban in Schach zu halten. Die Demonstranten befürchten einen Rückfall des Landes in Zeiten der Barbarei – und das mitten im 21. Jahrhundert.