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Berluscon sorgt erneut für Kontroverse

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Berluscon sorgt erneut für Kontroverse

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Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hat bei
einer außerordentlichen Ministerratssitzung in Kalabrien erneut für für eine Kontroverse gesorgt. Eigentlich ging es bei dem Treffen um einen Aktionsplan gegen die Mafia. Die Regierung will umgehend eine Behörde gründen, die
beschlagnahmte Mafiagüter und -gelder verwalten soll. Doch für Berlusconi ging es auch um Ausländer: “Eine Verringerung der Ausländerzahl bedeutet, dass weniger Menschen sich der organisierten Kriminalität anschließen”, so der Ministerpräsident. Die Flüchtlingshilfe der Vereinten Nationen in Italien zeigte sich entsetzt über diese Äußerung. Berlusconi sorge mit dieser Vermischung von Einwanderung und Kriminalität lediglich für weitere Vorurteile. Auch Livia Turco von der oppositionellen Demokratischen Partei krtitisierte Berlusconi: “Diese Äußerungen sind sehr ernst zu nehmen”, sagte sie, “eine echte Anstiftung zum Rassismus. Und andererseits völlig unbegründet. Die Ausländer, die in unserem Land leben, sind unverzichtbar für unsere Wirtschaft.” Erst kürzlich war es im kalabrischen Ort Rosarno zu einem Aufstand afrikanischer Erntarbeiter gegen ihre katastrophalen Lebensbedingungen gekommen. Ein Blutbad konnte nur knapp verhindert werden.
Ausländische Tagelöhner im Süden Italiens arbeiten häufig für einen Hungerlohn von gut 20 Euro am Tag.