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Blair verteidigt Einmarsch in den Irak

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Blair verteidigt Einmarsch in den Irak

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Tony Blair muss an diesem Donnerstag für den Einmarsch britischer Truppen 2002 in den Irak geradestehen. Dazu befragt ein Untersuchungsausschuss in London den ehemaligen Premierminister seit dem Morgen. Zum Auftakt der nachmittäglichen Sitzungsperiode ging Blair auf die international unterschiedlichen Sichtweisen zum militärischen Einmarsch ein.

“Es stimmt, die Meinungen gingen auseinander. Aber das heißt auch, dass es zwei Gruppen gab.” Es habe damals sowohl international, im Parlament als auch im britischen Kabinett eine sehr starke Gruppe gegeben, die das militärische Eingreifen unterstützt habe. “Nur ein Beispiel: innerhalb der Europäischen Union standen – glaube ich – 13 von 15 Mitgliedern hinter Amerika.”

Am Morgen bereits war Blair auf die veränderte Sicherheitslage nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York eingegangen. Damals seien über 3000 Menschen in den Straßen New Yorks getötet wurden. “Anschließend war meine Sicht: In diesem Bereich darf man auf keinen Fall Risiken eingehen.” Ein Aspekt dieses Problems sei gewesen, dass es Hinweise gegeben habe, dass Attentäter chemische, biologische oder sogar Atom-Waffen eingesetzt hätten – wenn sie welche gehabt hätten. “Das hat unsere Einschätzung des Risikos völlig verändert.” Blair fügte hinzu: “Ich möchte das noch einmal ganz klar machen: das war keine amerikanische Position, das war meine und die britische Position.”

Die Briten waren im März 2003 an der Seite der USA in den Irak einmarschiert – ohne UN-Mandat. Damals hatte Blair – wie auch die US Regierung behauptet, das Regime von Saddam Hussein verfüge über Massenvernichtungswaffen. Nach dem Einmarsch waren solche Waffen aber nie gefunden worden.