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Entwicklungsländer zeigen Auswege aus der Krise

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Entwicklungsländer zeigen Auswege aus der Krise

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Zum ersten Mal hat die Produktion der Entwicklungsländer die der Industriestaaten übertroffen. Diese Veränderung ist auch in Davos sichtbar: Die Anzahl der Teilnehmer aus Staaten wie Brasilien, Russland, Indien und China hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt und beläuft sich inzwischen auf etwa zehn Prozent der Gesamtteilnehmerzahl. Seit der Krise ist auch der Einfluss dieser Staaten gewachsen. “Aufstrebende Märkte wie India oder China müssen aus zwei Gesichtspunkten betrachtet werden”, so Vineet Nayar, Chef eines führenden indischen IT-Dienstleisters. “Zum einen geht es darum, dass diese Staaten selbst Märkte sind und wachsen werden. Zum anderen tut sich viel im Bereich Innovation.” Die Entwicklungsländer fordern den Norden heraus, gleichzeitig bieten sie westlichen Unternehmen die Möglichkeit zu expandieren. Von Indien bis Mexiko steigt die Kaufkraft. Der deutsche Experte Hans-Paul Bürkner meint: “Wir dürfen nicht vergessen, dass es noch mehrere Milliarden von Menschen gibt, die am Existenzminimum leben, und die auch Erwartungen und Hoffnungen haben, die auch bereit sind, zu arbeiten dafür, dass sie einen akzeptablen Lebensstandard haben.” Dem Süden beim Zugang zum Markt zu helfen, bedeutet gleichzeitig die westliche Wirtschaft zu unterstützen. Die Binnennachfrage in China ist so stark gewachsen, dass das Land weltweit zu einer Lokomotive des Wachstums geworden ist. “Dass die Karten neu verteilt wurden, ist eine der Lektionen dieser Krise. 2009 betrug das Wachstum in China zehn Prozent und in Deutschland minus fünf”, meint Fabrice Seiman, Chef eines Pariser Finanzunternehmens. “Wir Europäer sollten doppelt so viel arbeiten.” Sie sind jünger, schlauer, schneller. Die Entwicklungsländer setzen die Weltwirtschaft sowie die Agenda in Davos in Bewegung. Sie zeigen uns Auswege aus der Krise.