Eilmeldung

Eilmeldung

Protest gegen Tony Blair

Sie lesen gerade:

Protest gegen Tony Blair

Schriftgrösse Aa Aa

Vor dem Kongresszentrum im Londoner Regierungsviertel zeigen Kriegsgegner ihren Unmut über Tony Blair. Unter ihnen sind auch Angehörige der im Irak getöteten Soldaten – in den Jahren seit Kriegsbeginn verloren im Irak 179 Briten ihr Leben, dazu viele einheimische Zivilisten.

Der Irakkrieg war von Anfang in Großbritannien extrem unbeliebt; die Gegner des Einsatzes tragen es dem ehemaligen Regierungschef bis heute nach, dass er das Land in diesen Krieg verwickelt hat.

Wenige Meter entfernt, vor dem Parlament, hatten einige von ihnen aus Protest über Jahre hinweg eine
Mahnwache aufgebaut.

Eine Lehre müsse man ziehen, fordert hier Reg Keys, der Vater eines Gefallenen: Nie wieder dürfe ein Premierminister das Land auf so chaotische und katastrophale Weise in einen Krieg führen, der auf Lügen und Betrug beruhe.

Für seine Gegner hier ist Blair ein Kriegsverbrecher und ein Liar, ein Lügner – “Bliar”, ein Wortspiel mit seinem Namen, soll das deutlich machen.

Deutlich wird auch George Galloway, Kriegsgegner, Abgeordneter – und zerstritten mit Blair und dessen Labourpartei. An Chemie-Ali erinnert Galloway in einer Rede, der im Irak gerade gehängt worden sei, wegen des Massenmordes an Kurden. Für Blair, sagt
der einstige Parteifreund – wäre Hängen noch zu milde.

Mitbekommen wird Tony Blair das alles wohl erst heute abend in den Nachrichten: Er kam schon weit vor Beginn der Anhörung und benutzte einen für ihn abgesperrten Hintereingang.