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Schwierige Lage auf Haiti

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Schwierige Lage auf Haiti

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Der große Hunger auf Haiti führt noch immer zu Gewaltausbrüchen. In der Hauptstadt Port-au-Prince
wartete eine große Menschenmenge auf Lebensmittelpakete, die einzeln und nacheinander ausgegeben werden sollten. Doch der Andrang am Zaun war so groß, dass die Organisatioren das Tor öffnen ließen. Darauf stürmten die Wartenden den Hof und kämpften um die Lebenmittelrationen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat sich die Lebensmittelversorgung nach dem verheerenden Erdbeben zwar etwas verbessert, doch sei die Lage weiterhin kritisch.

Besonders schwierig ist die Lage im Armenviertel Cité Soleil. Im größten Slum der Hauptstadt
versetzen bewaffnete Banden auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen in Angst und Schrecken.

Anderorts hat sich die Lage schon fast normalisiert. Diese Textilfabrik im Gewerbegebiet Sonapi hat die Produktion wieder aufgenommen. Rund die Hälfte der 1300 Mitarbeiter sei zur Arbeit erschienen, erklärte der Manager, ein Südkoreaner. Die Fabrik beliefert vor allem den nordamerikanischen Markt mit T-Shirts.

Ein Mitarbeiter sagte: “Wir sind immer noch da und können arbeiten; das ist sehr gut für die Leute, dass sie arbeiten können: Man muss schließlich für seinen Lebensunterhalt sorgen, auch wenn man tief betroffen ist vom Schmerz der Eltern und Freunde.”

Die Handelskammer Haitis schätzt, dass durch das Erdbeben ein wirtschaftlicher Schaden von bis zu
siebenhundert Millionen Euro entstanden ist. Haiti ist auch so schon das ärmste Land der westlichen Hemisphäre.