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Traumatisierte Kinder in Haiti

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Traumatisierte Kinder in Haiti

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Im zerstörten Haiti sind zahlreiche Kinder allein, ohne Angehörige, aufgefunden worden.
Ihre blutenden Wunden zu versorgen, erweist sich zumeist als das kleinere Problem.
Die Kinder sind traumatisiert, brauchen psychologische Betreuung.

Jo, vermutlich 4 Jahre alt, wurde am Tag nach dem Beben aus den Trümmern des Zentralkrankenhauses von Port-aus-Price geborgen.
Tagelang sagte er kein Wort, bis die Helferin Magalie auf die Idee kam, ihm ein Telefon als Spielzeug zu geben.

Er nahm das Spielzeug und fing an, zu reden.
“Hallo. Hier ist Jo. Kannst du mir Spielzeug bringen? Bälle? Bonbons? Und vergiß nicht meine Lieblingsbonbons.
Nach dem Spiel fragte ich ihn: Mit wem hast du telefoniert? und er antwortete:” mit Mama.
Sie hat gesagt, sie kann nicht kommen um mich zu holen, weil sie gestorben ist.”

Die traumatisierten Kinder brauchen viel Zuwendung. Sie brauchen Menschen, die ihnen soviel Nähe und Geborgenheit geben wie echte Eltern.
Der französische Arzt Jean Gabriel Damizet hat zunächst einmal in den ersten 8 besonders chaotischen Tagen vor Ort gearbeitet.

Er zeigt Fotos von einem kleinen Mädchen mit gebrochenem Oberschenkel, das ununterbrochen weinte. Das Kind brauchte nicht nur Medikamente gegen die Schmerzen, es brauchte vor allem Zuwendung. Also habe er die Kleine in seinen Armen gehalten, ehe sie nach gut 3 Stunden endlich einschlief. Danach blieb sie dann ruhig und wurde so ins Krankenhaus gebracht.

Doctor Damizet berichtet auch von Geburten – inmitten von Trümmern und Tod:
“Die 4. Geburt war nicht nur ein Kaiserschnitt – sondern noch dazu eine Frühgeburt.
Die für solche notwendigen Einrichtung funktionierten nicht mehr. Wir haben eine ganze Weile gebraucht, ehe wieder Sauerstoff und Strom für den Brutkasten funktionierten und wir das Kind wie eine normale Frühgeburt versorgen konnten.”