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Blair würde sich wieder für Krieg im Irak entscheiden

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Blair würde sich wieder für Krieg im Irak entscheiden

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Tony Blair würde es wieder tun. Sechs Stunden lang verteidigte der ehemalige britische Premierminister vor einem Untersuchungsausschuss in London seine Entscheidung, im Frühjahr 2003 an der Seite der USA in den Irak einmarschiert zu sein. Obwohl nie Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden wurden, blieb Blair bei seiner Darstellung, dass man nach den Anschlägen vom 11. September 2001 kein Risiko hätte eingehen dürfen. Blair stellte klar, dass er sich wieder für einen Krieg im Irak entscheiden würde. “Ich habe wenig Zweifel”, so Blair, “und das kann man durchaus auch anders sehen, dass der Irak heute mit dem Iran um die Produktion eigener Atomwaffen konkurrieren würde. Und, was noch wichtiger als alles andere ist, der Irak würde außerdem terroristische Gruppen unterstützen.” Den inzwischen hingerichteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein bezeichnete Blair als “Monster”. Vor dem Konferenzzentrum in London demonstrierten gut 200 Angehörige von britischen Soldaten, die im Irak getötet wurden. Sie bezeichneten Blair als “Kriegsverbrecher”, der sich vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verantworten müsse. Während des Irak-Einsatzes von 2003 bis 2009 kamen 179 Briten ums Leben. Zudem starben nach Schätzungen 150.000 irakische Zivilisten, Millionen Iraker mussten fliehen.