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Fragezeichen hinter Nabucco-Projekt

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Fragezeichen hinter Nabucco-Projekt

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Seit längerem treibt die EU ihr Vorhaben voran, Erdgas von Mittelasien nach Europa zu bringen. Dieses Projekt nennt sich Nabucco: Die Pipeline (die in der Türkei beginnen wird) soll dazu dienen, Gas außerhalb von Russland zu kaufen und es an Russland vorbeizuleiten, um Europa von seinem Großlieferanten weniger abhängig zu machen.

Das große Fragezeichen ist aber nach wie vor, ob die nötigen Mengen Erdgas überhaupt zusammenkommen werden.

Auch das wichtige Transitland Türkei macht sich Sorgen: Die EU habe sich noch nicht ernsthaft
genug darum gekümmert, sagt Regierungschef Recep Tayyip Erdogan im Gespräch mit Euronews. Jährlich brauche Nabucco dreißig Milliarden Kubikmeter Gas: Diese Menge gebe es aber zur Zeit nicht. Kein Gas, keine Pipeline: Worüber rede man also eigentlich?

Sechs europäische Firmen sind an Nabucco beteiligt, unter Führung des österreichischen OMV-Konzerns. Knapp acht Milliarden Euro sind für den Bau bisher veranschlagt. 2014 soll das erste Gas durch die Röhren fließen.

Die Türkei ist aber ebenso ein Partner für das russisch-italienische Konkurrenzprojekt, eine Pipeline namens South Stream.

Unangenehm für Nabucco ist auch, dass Aserbaidschan jetzt Erdgas nach Russland liefert. Auf das Gas von dort hoffen die Nabucco-Firmen ebenfalls sehr stark. Dafür zeichnet sich aber jetzt als neue Lieferquelle der Irak ab.