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Kritik an Organisation der Hilfsoperationen für Haiti

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Kritik an Organisation der Hilfsoperationen für Haiti

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Zweieinhalb Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti wächst die Kritik an mangelnder Koordination der Hilfe … und die Bedürftigen reagieren nicht selten mit Gewalt – oder mit lautstarkem Protest, wenn Konvoys mit Hilfsgütern vorbeifahren. Die Lastwagen bringen ihre Ladungen zu zentralen Verteilungsstationen. Viele Menschen warten auf Lebensmittel. Mancherorts wurden Lastwagen gestoppt und geplündert. Auch Verteilungszentren wurden gestürmt.

Unterdessen suchen Menschen im Gebiet der verwüsteten Hauptstadt nicht nur Nahrung und Unterkunft, sondern auch Arbeit. Das Landwirtschaftsministerium in Port-au-Prince schloss seine Tore angesichts des Andrangs der Arbeitsuchenden. Sie sei schon um vier Uhr früh gekommen, sagte ein Frau; sie würden jeden Job annehmen – Waschen, Putzen, alles.

Die Regierung hat ihren provisorischen Sitz in einem Polizeigebäude nahe des Flughafens in Port-au-Prince. Dort erklärte Präsident René Préval, die Regierung werde alles ihr mögliche tun, um das Elend in Port-au-Prince zu beenden. Er hoffe, möglichst viele Einwohner würden die Hauptstadt nun verlassen. Dafür wolle die Regierung die Provinzen stärken. Dann werde es leichter sein, beim Wiederaufbau der Stadt die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.

Eines der größten Probleme des Landes ist die große Zahl der Waisenkinder: Schätzungsweise eine halbe Million Kinder verloren die Eltern oder wurden von ihnen getrennt. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen begann damit, die Waisenkinder zu erfassen.

Er habe mit Freunden Fußball gespielt, sagte ein Junge, dann habe die Erde gebebt. Er sei nach Hause zurückgerannt, aber da sei kein Haus mehr gewesen, und seine Eltern seien tot.