Eilmeldung

Eilmeldung

Amerikaner wegen Kinderhandels festgenommen

Sie lesen gerade:

Amerikaner wegen Kinderhandels festgenommen

Schriftgrösse Aa Aa

Fast drei Wochen nach dem schweren Erdbeben in Haiti hat die Polizei an der Grenze zur Dominikanischen Republik zehn Amerikaner festgenommen. Die haitianischen Behörden beschuldigen die fünf Männer und fünf Frauen, illegal Kinder zur Adoption ins Ausland bringen zu wollen. Sie hatten 33 Kinder im Alter von zwei Monaten bis zu 12 Jahren bei sich. Die Festgenommen streiten die Vorwürfe ab, angeblich wollten sie die Kinder in ein Waisenhaus im Nachbarland bringen und dafür hätten sie auch eine Erlaubnis. Nach Angaben der Behörden hatten sie aber keine Dokumente, die nachweisen, dass es sich um Waisen handelt. Der Fahrer des Busses sagte, er habe die Familien gesehen. Sie hätten die Kinder abgegeben, weil ihre Eltern tot seien und sie nicht die Mittel hätten, um die Kinder unterstützen zu können. Indes fliegt die US-Luftwaffen vorläufig keine Verletzten mehr zur Behandlung in die USA aus. Zur Begründung hieß es seitens des Gouverneurs von Florida, es sei nicht geklärt, wer für die Behandlung der Menschen aufkomme.
Der amerikanische Arzt Barth Green forderte die Wiederaufnahme der Flüge. Das Problem sei, dass diese Entscheidung auf hoher Ebene getroffen worden sei. Doch die Evakuierung rette Leben, jetzt werde es diesen Patienten nicht mehr erlaubt, Haiti zu verlassen und ihr Leben zu retten. Ärzte und Pfleger arbeiten immer noch unter extremen Bedingungen. Die Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” rief zu Blutspenden auf. Es müsse viel amputiert werden, häufig seien die Knochen so zerstört, dass es Monate dauern würde, bis sie heilten. Das sei unter den hygienischen Bedingungen in Haiti aber nicht möglich.

Auf den Straßen werden inzwischen Medikamente verkauft, die teils aus geplünderten Apotheken stammen. Hilfsorganisationen bemängeln einen unzureichenden Schutz gegen Plünderer. Die Behörden gehen von bis zu 180.000 Todesopfern aus.