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Die teure Geschichte der Concorde

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Die teure Geschichte der Concorde

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Elegant, schnell, laut und teuer. Das war die Concorde. Reisen mit doppelter Schallgeschwindigkeit! Das einzige Überschallflugzeug der zivilen Luftfahrt, wie eine deutsche Nachrichtenagentur schreibt, war die französisch-britische Concorde allerdings nicht.

In der Sowjetunion verkehrte zwischen 1975 und 1978 die noch etwas größere Tupolew 144 zwischen Moskau und Alma Ata bzw. Chabarowsk.

euronews-Fachreporter Giovanni Magi, ein ehemaliger Pilot, spricht vom “nationalen Prestige”, das die Entwicklung der Concorde entscheidend mitbestimmte. Man wollte besser sein als die USA und auch als die UdSSR, deren TU 144 allerdings schon viel eher nach einem Absturz aus dem Verkehr gezogen wurde.

Entwickelt wurde die Concorde zu Beginn der 60er Jahre noch auf den Reißbrettern der Konstrukteure, in einer Zeit, als weltweit ungebrochener Fortschrittglaube herrschte und Ölkrise oder Umweltbewußtsein noch in weiter Ferne lagen.

Als Nebenprodukte blieben etwa das ABS-System für Autos oder das Teflon.
1976 nahm British Airwayas mit der Concorde den Liniendienst zwischen London und Bahrain sowie Rio de Janeiro auf, ein Jahr später Air France zwischen Paris und New York.

Der ehemaliger Pilot beschreibt die Herausforderung, Grenzen zu überschreiten, den Atlantik in dreieinhalb statt in acht Stunden zu überqueren. Dank des Zeitunterschiedes zwei Stunden vor Abflug bereits in New York anzukommen. Das erlaubte Managern den Tagestripp für ein schnelles Geschäft in New York.

Wichtige und prominente Leute wie die Queen, Paul McCartney und Claudia Schiffer liebten den schnellen Amerika-Tripp. Der war mit umgerechnet rund 10.000 Euro mehr als dreimal so teuer wie ein normaler 8-Stunden-Flug.

Ex-Pilot Magi beschreibt die Probleme beim Überschallflug: Durch die enorme Reibung an der Luft erhitzte sich der Flugzeug-Rumpf auf mehr als 120 Grad Celsius und dehnte sich dabei bis zu 30 Zentimeter aus. Die Piloten durften die Metallteile ihrer Fenster nicht berühren, sie hätten sich die Finger verbrannt.

Insgesamt wurden nur 15 Maschinen vom Typ Concorde in Dienst gestellt. Derzeit sieht es nicht so aus, als wolle irgendeine Firma den Traum von zivilen Überschallflug wiederbeleben.