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Prozess um Concorde-Unglück

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Prozess um Concorde-Unglück

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Zehn Jahre nach dem Absturz einer Concorde beginnt am Dienstag bei Paris der Prozess gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen. Am 25. Juli 2000 war die Maschine kurz nach dem Start in einem Feuerball explodiert. 113 Menschen starben, darunter 97 Deutsche. Nun soll das Gericht klären, wer die Verantwortung für die Katastrophe trägt. Angeklagt sind die US-Fluglinie Continental sowie Mitarbeiter der französischen Luftfahrtbehörde DGAC und des Concorde-Herstellers.

Die Unglücksursache ist noch immer strittig. Ein Flugzeug der US-Fluglinie Continental soll ein Metallstück auf der Rollbahn verloren haben. Daher sei der Reifen der Concorde geplatzt, hieß es, die Hartgummiteile hätten den Treibstofftank beschädigt und das auslaufende Kerosin habe die Explosion ausgelöst.

Die Anwälte von Continental sind mit dieser Darstellung nicht einverstanden. “Das ist nur die offizielle Version”, sagt Olivier Metzner. “Wir werden zeigen, dass die Concorde bereits acht Sekunden bevor das Metallteil die Maschine traf, Feuer gefangen hat, ungefähr 700 Meter vorher.” Nach Darstellung der Anwälte könnte ein Wartungsfehler oder das Überladen der Maschine Ursache für das Unglück gewesen sein. Zudem soll es bereits davor mehrere Vorfälle gegeben haben, bei denen die Concorde-Reifen platzten und herumfliegende Teile Lecks im Tank verursachten.

Für die meisten Hinterbliebenen hat der Prozessausgang keine direkte Bedeutung: Rund 700 von ihnen hatten sich kurz nach dem Unglück mit Air France auf Entschädigungszahlungen geeinigt, Gerüchten zufolge sollen mehr als 170 Millionen Euro geflossen sein. Die Katastrophe bei Paris läutete jedenfalls das Ende einer Ära ein: Sie zerstörte unwiderruflich den Mythos des Überschallflugzeugs Concorde.