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EU nimmt Athen hart an die Kandare

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EU nimmt Athen hart an die Kandare

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Griechenland muss eisern sparen. Das hatte die Regierung in Athen zwar schon vor einigen Tagen eingeräumt und auch ihre diesbezüglichen Pläne präsentiert – nun aber schaltet sich die EU ein. Währungskommissar Joaquin Almunia kündigte harte Einschnitte für Bürger und Unternehmen an und erklärte, Griechenland müsse sein Defizit bis 2012 in den Griff bekommen. Immerhin hat Athen damit zwei Jahre mehr Zeit als bisher vereinbart. “Wir wissen, dass die Realisierung dieses Programms nicht einfach ist”, sagte Almunia in Brüssel. “Es wird im Gegenteil sehr schwierig, daher braucht Griechenland Unterstützung, aber gleichzeitig müssen wir unser Instrumentarium stärken, mit dem wir überwachen, wie die Maßnahmen umgesetzt werden.”

Griechenlands Ministerpräsident Giorgios Papandreou mahnte seine Landsleute angesichts des Sparprogramms zu nationaler Geschlossenheit. In einer Fernsehansprache sagte er, es sei an der Zeit, „wichtige Entscheidungen“ zu treffen. Konkret plant Papandreou unter anderem Nullrunden bei Beamtengehältern, eine Anhebung des Rentenalters und höhere Kraftstoffpreise.

Die EU will jeden Schritt Griechenlands genau überwachen. Regelmäßig muss Athen Berichte nach Brüssel schicken, den ersten schon Mitte März. Nie zuvor hat die Europäische Union so viel geballten Druck auf einen Mitgliedstaat ausgeübt.